Go! Marko
Das blaue Pferd Marco Cavallo reiste im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt GO! 2025 Nova Gorica/Gorizia durch Slowenien. Als Symbol für den Abbau von Mauern – sowohl jenen um die Institutionen als auch jenen in den Köpfen – verbreitete es die Botschaft, dass es dringend notwendig ist, Institutionen zu schließen, in denen seit Jahrzehnten Menschen mit Behinderungen eingesperrt sind, und stattdessen eine Willkommenskultur sowie ein Netzwerk von Unterstützungsdiensten in der Gemeinschaft aufzubauen.
Marco Cavallo, auch Pferd Marco genannt, wurde in den 1970er Jahren in Italien von Patienten der psychiatrischen Klinik St. Ivan in Triest hergestellt.
Als die Institution unter der Leitung des fortschrittlichen Psychiaters Franco Basaglia geschlossen wurden, erhielten die Patienten die Möglichkeit, in der Gemeinschaft zu leben. Das blaue Pferd – eine große Skulptur aus Pappmasché, in die sie ihre Hoffnungen, Wünsche und Träume einfließen ließen – wurde so zum Symbol für die Deinstitutionalisierung, den Abbau von Mauern und die Verwirklichung des Wunsches nach Freiheit und Unabhängigkeit.
Auf seiner ersten Reise durch Slowenien besuchte Marco Cavallo spezialisierte Institutionen in Dutovlje und Hrastovec, Entscheidungsträger in Ljubljana sowie das Museum des Wahnsinns, Trate und kehrte anschließend nach Nova Gorica und Gorizia zurück.
Das Pferd wurde auf seiner Reise von einer Karawane von Befürwortern der Deinstitutionalisierung begleitet, die mit ihrem Programm auf die Notwendigkeit einer modernen Regelung der Betreuung von Menschen mit langfristigen Behinderungen hinwiesen.
Das Projekt der Reise von Marco Cavallo durch Slowenien haben wir als Erinnerung daran vorbereitet, dass das Leben in Institutionen ein überholtes Konzept ist, und dass auch Slowenien nach mehr als einem halben Jahrhundert wirklich zu einer offenen, akzeptierenden und integrativen Gesellschaft für alle werden und die Versorgung in der Gemeinschaft sicherstellen muss.
Im Rahmen des Projekts haben wir die Öffentlichkeit – sowohl Passanten als auch Bewohner von Institutionen – zur Mitarbeit und Sensibilisierung eingeladen.
- Wir forderten sie auf, blaue Origami-Pferde zu basteln, um das Projekt bekannt zu machen und zu „Influencern“ der Deinstitutionalisierung zu werden.
- Wir veröffentlichten einen Flyer auf unserer Website und baten die Menschen, ihn auszudrucken und in ihrer Umgebung aufzuhängen.
- Wir luden die Teilnehmer ein, uns bei einem Umzug mit dem Pferd durch das Zentrum von Ljubljana und Maribor zu begleiten.
- Außerdem sollten sie schriftliche oder mündliche Botschaften für das Pferd Marco vorbereiten, die sie ihm bei dem Treffen übergaben. Das Pferd trug diese dann durch Slowenien und übergab sie für eine Ausstellung und einen Film im Museum des Wahnsinns.