Am Samstag, dem 28. März 2026, fand im Museum des Wahnsinns im Schloss Obermureck in Trate eine musik-humanistische Performance statt, die mehr als hundert Besucher anzog und erfolgreich die neue Museumssaison eröffnete.
Das Schloss Obermureck, das im 12. Jahrhundert an der Mur entstand, inspiriert mit seiner reichen und bewegten Geschichte heute zur Erforschung der gemeinsamen europäischen Vergangenheit. Gleichzeitig stellt es einen Ort der Verbindung einer grenzüberschreitenden Gemeinschaft dar, die das Interesse am kulturellen Erbe sowie der Wunsch nach freundschaftlichen und nachbarschaftlichen Beziehungen verbindet. Gerade die Vernetzung über Grenzen hinweg, die Reflexion über Stereotype und der Abbau von Vorurteilen bilden die Ausgangspunkte des europäischen Projekts MurA – KulturA, das bereits im Titel die slowenische und die deutsche Sprache vereint.
Die Veranstaltung begann mit einer Führung durch das Museum des Wahnsinns, bei der die erfahrenen Guides Barbara Kotnik und Boris Bezjak den Besucherinnen und Besuchern die Bedeutung der Bewahrung der kulturellen und natürlichen Werte des Gebiets rund um Schloss Obermureck näherbrachten. Der Rundgang führte die Besucher von 25 Millionen Jahre alten Fossilien aus dem miozänen Meer über die Schlossräume bis hin zu den Räumen der ehemaligen Anstalt für psychisch und nervlich Erkrankte. Das Erlebnis ließ niemanden unberührt – das Schloss, einst ein vernachlässigtes Kulturdenkmal, begeistert heute wieder und verbindet Menschen von nah und fern.
Im zentralen Museumssaal, benannt nach Therese Mostler, einer der ersten slowenischen Fotografinnen, folgte eine musik-philosophische Performance. Die Philosophin Magdalena Germek regte die Besucherinnen und Besucher zu Überlegungen über den Begriff des Wahnsinns, über Räume des Einschlusses, Grenzen sowie das anspruchsvolle Erbe an, das Schloss Obermureck in sich trägt, und betonte dabei die Bedeutung der Gemeinschaft, die sich um ihn bildet. Sprachliche Grenzen überwand der Übersetzer Sebastian Walcher, während den musikalischen Teil des Abends Vasko Atanasovski sowie die Chöre des Pavel Haus aus Laafeld in Österreich unter der Leitung von Matija Horvat und Mejnik aus Šentilj unter der Leitung von Eva Goričanec mitgestalteten. Durch das Programm führte Staša Prah.
Der kulturelle Abend setzte sich in einer entspannten und verbindenden Atmosphäre fort. In angenehmer Gesellschaft schlossen sich die Teilnehmenden zu einem Kreis zusammen, in dem bis spät in den Abend gemeinsam gesungen wurde.
Mit solchen Veranstaltungen verwirklichen die Organisatorinnen und Organisatoren ihre Mission – in einer Zeit wachsender Unsicherheit und zunehmender Unterschiede zwischen den Menschen schaffen sie Räume der Begegnung, des Dialogs und der Vernetzung. Die Fortsetzung der Veranstaltung fand am 11. April 2026 im Pavel Haus in Laafeld (Österreich) statt, wohin wir uns von Obermureck aus mit dem Bus begaben.
Das Projekt wird im Rahmen des Programms Interreg Slowenien–Österreich kofinanziert.